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Ihr Abgeordneter

Dr. Friedrich Bullinger

PM vom 27.06.2008

Vernetzung von Wildtier-Lebensräumen unterstützen

Doch keine Ansiedlung von Wildtieren, die große unberührte Flächen brauchen

Vernetzung von Wildtier-Lebensräumen unterstützen

27.06.2008 - In einer Landtagsdebatte über die „(Wieder-)Vernetzung von Wildtierlebensräumen“ sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. → Friedrich Bullinger, unter anderem:

„Das Land Baden-Württemberg ist ein blühendes High-Tech, Wirtschafts-, Kultur-, Tourismus-, Forscher- und Naturland. Unser Bundesland ist eine der dicht besiedelsten Regionen in Europa und hat mit das dichteste Verkehrsnetz in Europa. Das sollte uns nicht daran hindern, die Lebensräume der wild lebenden Tiere und hier die Vernetzung dieser Räume kritisch zu hinterfragen.

Ich verstehe den Antrag der Grünen deshalb nicht im Sinne von - weg von der Kulturlandschaft, hin zur Urlandschaft, auch nicht zurück auf die Bäume, sondern möchte ich dieses Thema nüchtern betrachten, und zwar Mensch und Natur und nicht Störfaktor Mensch im Sinne von Natur vor Mensch. Natürlich besteht, wenn ich den Antrag zwischen den Zeilen lese, durchaus die Gefahr, dass man hier wieder einmal übertreiben möchte. In den letzten 20 Jahren wurde im Bereich Biotop und des Naturschutzes, insbesondere durch Millionen Beträge und durch die Bereitstellung von Bauernland bei den Flurneuordnungsverfahren viel erreicht. Ackerrandstreifen, FFH-Gebiete, Renaturierungen, und hier darf ich an dieser Stelle auch Dank sagen an die ehrenamtlichen Naturschützer, an die Jägerschaft, an die Fischereivereine bei der Gewässerpflege, aber vor allem auch Dank an unsere Landwirte, ohne die es kein so schönes Land Baden-Württemberg und kein so erfolgreiches Tourismusland Baden-Württemberg mit einer hervorragenden Kulturland-schaft geben würde. Wir können uns, und ich sage auch, wir sollten uns auch nicht mit dünn besiedelten Flächenländern, wie Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg oder auch Teile Bayerns vergleichen. Natürlich gilt es, sparsamer mit der Überbauung der Flächen umzugehen. In der Landesplanung, bei der Städtebauförderung, bei der Wohnbau- und Gewerbeförderung sind wir hier auf dem richtigen Weg.

Noch ein deutliches Wort: Ich halte nichts davon, dass man mit viel Geld und übertriebener Akribie Wiederansiedlungen von Luchs, Wildkatze, Rothirsch und andere Wildtieren betreibt, die natürlicherweise einen Flächenanspruch an ihr Revier haben, das wir schlicht nicht bieten können! Ich halte den Luchs für ein wunderbares Tier, nur fehlen ihm bei uns schlicht Futtergrundlage und vor allem die entsprechenden verkehrsfreien Zonen, die Flächen, die er für ein großes Revier braucht. Dort wo man Wildparks, wie beispielsweise im Bayerischen Wald vorfindet, halte ich es für sinnvoll solche Wiederansiedlungen zu unterstützen. Wenn ich mir die Auflistung der vielen Querungshilfen und Grünbrücken in der Ziffer I. 1. ansehe, erlaube ich mir schon die Frage, ob wir hier nicht übertreiben. Landespolitisch haben wir die Aufgabe, vor allem unser Geld in Bildung, Ausbildung, Forschung, in Energiesparmaßnahmen für die Instandhaltung bestehender Straßen zur Verfügung zu stellen. Und nicht in Maßnahmen, die keinen Erfolg versprechen. Dass wir bei all unserem wirtschaftlichen Tun die Vernetzung von Wildtierlebensräumen selbstverständlich berücksichtigen müssen, dahinter steht auch die FDP-Fraktion. Von einer übertriebenen Wiedervernetzung halte ich jedoch nichts. Unsere Fraktion wird die Ziffer 2., die undifferenziert Maßnahmen, insbesondere bei Wiedervernetzung fordert, ablehnen.“


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